„Die Wooge“ von Jot ist ein Hauptwerk der Konkreten Kunst und des Minimalismus, das geometrische Konstruktion mit mathematischer Logik und persönlicher Erinnerung verbindet. Für Sammler zeigt das Werk, wie Jot seine wiederkehrende Formensprache aus Kreis, Maß und Ordnung um Narrativ und biografische Bezüge erweitert.

Titel: Die Wooge
Künstler: Jot
Stil: Konkrete Kunst, Minimalismus
Technik: Kreide auf Papier, Mixed Media
Jahr: 05/2023
Format: 40,9 x 40,1 cm
Werknummer: Jot-HW-23-02
Werkzyklus: 1 – 7
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„Die Wooge“ nimmt innerhalb des Gesamtwerks von Jot eine besondere Position ein. Das Werk verbindet seine reduzierte geometrische Formensprache mit mathematischer Konstruktion, einem Logikrätsel und einer persönlichen Erinnerung aus dem Jahr 1969.
Im Zentrum der Komposition steht eine Waage. Insgesamt zwölf Kugeln sind in das Werk eingebunden. Kreisformen, geometrische Flächen sowie die reduzierte Farbigkeit in Blau, Gelb, Anthrazit und Grau bestimmen die visuelle Erscheinung.
Die Anordnung folgt dabei einer konstruktiven Ordnung. Längen und Radien werden unter Einbeziehung von Primzahlen festgelegt. Mathematik dient damit nicht lediglich als nachträgliche Interpretation, sondern ist Bestandteil des Entstehungsprozesses.
Auch die Materialität gehört zum Konzept des Werkes. Einzelne Formen wurden aus Papier ausgeschnitten und erneut aufgesetzt. Dadurch entstehen unterschiedliche Ebenen und eine reale räumliche Tiefe. Je nach Lichteinfall und Betrachtungsposition werden leichte Schatten sichtbar und verändern die Wahrnehmung der geometrischen Formen.
Zwölf Kugeln – drei Wägungen
Hinter den zwölf Kugeln verbirgt sich ein klassisches Logikproblem.
Elf Kugeln besitzen dasselbe Gewicht. Eine zwölfte Kugel ist entweder geringfügig schwerer oder leichter. Mit nur drei Wägungen muss eindeutig festgestellt werden, welche Kugel abweicht und ob sie schwerer oder leichter ist.
Damit erweitert sich die geometrische Komposition um eine gedankliche Ebene. Die Waage ist zugleich sichtbare Form und Instrument zur Lösung des Rätsels.
Der Betrachter kann das Werk deshalb auf unterschiedlichen Ebenen erschließen: über seine formale Erscheinung, über die mathematische Konstruktion oder über das darin angelegte Logikproblem.
Eine Erinnerung wird zum Werktitel
Der Titel „Die Wooge“ führt zu einer weiteren Ebene.
Er geht auf eine Erinnerung Jots aus dem Jahr 1969 zurück. In der Wartehalle eines kleinen Bahnhofs beobachtete er den Dialog zwischen einer Mutter und ihrem kleinen Bub an einer Personenwaage.
Aus der kindlichen Aussprache von „Waage“ und dem sprachlichen Spiel mit „wiegen“ und „gewoogen“ entstand schließlich der Satz:
„Ach Mama, ich wusste doch gleich, dass es eine Wooge ist.“
Diese Erinnerung blieb über Jahrzehnte erhalten und wurde später zum Titel des Werkes.
Dadurch erhält die geometrische Konstruktion einen biografischen Bezug, ohne dass dieser unmittelbar aus der Bildfläche abgelesen werden muss. Erst der Titel und seine Geschichte öffnen diese zusätzliche Ebene.
Position innerhalb des Gesamtwerks
Innerhalb des Œuvres von Jot zeigt „Die Wooge“, wie sich seine geometrische Formensprache über die reine Konstruktion hinaus entwickeln kann.
Kreis, Maß, mathematische Ordnung und Reduktion gehören zu den wiederkehrenden Elementen seiner Arbeiten. In „Die Wooge“ werden diese mit Logik und persönlicher Erinnerung verbunden.
Gerade darin unterscheidet sich das Werk von einer bloßen Wiederholung einmal gefundener geometrischer Formen. Die bekannten Elemente übernehmen eine neue Funktion: Kreise werden zu Kugeln, geometrische Konstruktion wird zum Rätsel und eine abstrakt wirkende Form erhält über das Narrativ einen biografischen Bezug.
„Die Wooge“ verbindet damit wesentliche Elemente der künstlerischen Position von Jot: Geometrie, Konstruktion, Mathematik, Materialität und Narrativ.
Die Geometrie schafft die Ordnung. Das Narrativ öffnet das Bild.
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