„Die Wooge“ von Jot entwickelt seine Raumwirkung aus geometrischer Ordnung, reduzierter Farbigkeit und physisch geschichteten Bildelementen. Licht und Betrachtungswinkel lassen die aufgesetzten Formen unterschiedlich hervortreten und verbinden das Werk der Konkreten Kunst und des Minimalismus unmittelbar mit seiner räumlichen Umgebung.

Titel: Die Wooge
Künstler: Jot
Stil: Konkrete Kunst, Minimalismus
Technik: Kreide auf Papier, Mixed Media
Jahr: 05/2023
Format: 40,9 x 40,1 cm
Werknummer: Jot-HW-23-02
Werkzyklus: 1 – 7
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„Die Wooge“ besitzt eine klar gegliederte geometrische Präsenz. Blau, Gelb, Anthrazit und Grau setzen innerhalb der Komposition unterschiedliche Akzente, während Kreisformen und geometrische Flächen die Bildfläche strukturieren.
Im Raum wirkt das Werk jedoch nicht allein durch Farbe und Geometrie.
Einzelne Elemente wurden aus Papier ausgeschnitten und erneut aufgesetzt. Dadurch liegen Teile der Komposition vor der eigentlichen Bildfläche. Aus einer zunächst flächig erscheinenden Arbeit entsteht eine reale räumliche Schichtung.
Licht wird Teil der Wahrnehmung
Besonders sichtbar wird dieser Aufbau durch das einfallende Licht.
Die aufgesetzten Elemente können feine Schatten auf die darunterliegende Fläche werfen. Mit einer Veränderung der Beleuchtung verändert sich deshalb auch die Wahrnehmung der geometrischen Konstruktion.
Seitlich einfallendes Licht kann die räumlichen Ebenen stärker hervorheben. Bei diffuser Beleuchtung treten sie zurück und die Komposition erscheint wieder flächiger.
Das Werk selbst bleibt unverändert – doch Licht und Standort des Betrachters beeinflussen, welche Eigenschaften stärker wahrgenommen werden.
Wirkung aus unterschiedlichen Betrachtungsabständen
Auch der Abstand zum Werk verändert den Eindruck.
Aus größerer Entfernung steht zunächst die gesamte geometrische Komposition im Vordergrund. Farben, Kreisformen und Flächen verbinden sich zu einer klaren Ordnung.
Mit zunehmender Annäherung werden Materialität und Konstruktion deutlicher. Schnittkanten, aufgesetzte Elemente und ihre Schatten lassen erkennen, dass Teile des Bildes tatsächlich vor der Grundfläche liegen.
Damit bietet „Die Wooge“ unterschiedliche Wahrnehmungsebenen: Gesamtkomposition aus der Distanz – Konstruktion und Materialität aus der Nähe.
„Die Wooge“ in Architektur und Raum
Durch seine geometrische Formensprache kann das Werk einen klaren Bezug zu architektonisch strukturierten Räumen entwickeln. Gleichzeitig setzen Blau und Gelb gezielte Farbakzente gegenüber den zurückhaltenderen Bereichen in Anthrazit und Grau.
Besonders interessant sind Wandflächen, an denen das Werk mit ausreichend Abstand betrachtet werden kann und wechselndes oder bewusst gesetztes Licht die räumliche Schichtung sichtbar macht.
In privaten Wohnräumen, Büros, Besprechungsbereichen oder Empfangssituationen kann „Die Wooge“ dadurch sowohl als geometrischer Bezugspunkt aus der Entfernung als auch als detailliert konstruiertes Werk aus unmittelbarer Nähe wahrgenommen werden.
Die Raumwirkung entsteht dabei nicht durch dekorative Anpassung an eine Umgebung. Vielmehr tritt das Werk über Geometrie, Farbe, Material, Licht und Schatten mit dem Raum in Beziehung.
Wer anschließend die Geschichte hinter dem Titel und das Rätsel der zwölf Kugeln kennenlernt, erhält eine weitere Ebene – diese ist jedoch nicht Voraussetzung für die räumliche Wirkung des Werkes.
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